Abtrennung

Preisverleihung 2018
24.09.2018



Im Jahr 2016 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ca. 250.000 Asylanträge von geflüchteten Syrern entgegengenommen. Für eine erfolgreiche Integration der Flüchtlinge in unsere Gesellschaft ist unter anderem deren Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit essentiell. Dabei kommt der Gründung neuer Unternehmen durch Geflüchtete eine hohe Bedeutung zu, da viele Syrer bereits in ihrem Heimatland als Unternehmer tätig waren.

Marit Grewe-Salfeld, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Unternehmensführung und Organisation der Leibniz Universität Hannover, hat sich in ihrer Masterarbeit „Determinants of Syrian Refugee Entrepreneurship in Germany“ der Frage angenommen, welche Faktoren die Unternehmensgründung von syrischen Geflüchteten positiv und negativ beeinflussen.

Die Analyse von elf selbst geführten Interviews zeigt, dass seitens der syrischen Flüchtlinge eine hohe intrinsische Motivation besteht, sich sowohl in die deutsche Gesellschaft als auch in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. Es wird aber auch deutlich, dass die Motivation zu gründen häufig durch institutionelle und gesellschaftliche Barrieren gehemmt wird.

Die Masterarbeit deckt diese Paradoxie auf und erörtert Möglichkeiten, wie syrische Kleinunternehmer ihre derzeitigen Tätigkeiten in den formellen Sektor übertragen könnten, um zu tolerierten und wertgeschätzten Mitgliedern unserer Gesellschaft zu werden.

Die Kuratoren würdigten eine wissenschaftliche Arbeit, die auch einen Beitrag dazu leistet, Vorurteile in Deutschland gegenüber Geflüchteten abzubauen und einen Dialog zwischen den unterschiedlichen Kulturen anzuregen.


Abtrennung