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Sinn und Zweck der Stiftung

Die breite öffentliche Auseinandersetzung um die Anpassung verschiedener Bereiche des Sozialsystems an neue Rahmenbedingungen hat gezeigt, dass weitere Aufklärungs- und Informationstätigkeiten erforderlich sind. Denn viele Bürgerinnen und Bürger haben die Notwendigkeit der sozialen Reformen noch nicht erkannt. Immer wieder haben verschieden radikale Gruppen des rechten und linken politischen Spektrums versucht, mit ideologischen Argumenten Veränderungen zu verhindern und die Führungsverantwortung der demokratischen Institutionen in Frage zu stellen.

Die Stiftung will zum einen dazu beitragen, die sozialen Grundstrukturen zu sichern. Zum anderen möchte sie helfen verständlich zu machen, dass Reformen der Sozialsysteme unabdingbar sind um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, ohne dass dabei die Demokratiesubstanz und die Verantwortung für die schwächeren in unserer Gesellschaft verloren geht.

Die Stiftung bietet im Rahmen ihrer Möglichkeiten, ideelle, personelle, finanzielle und sachliche Unterstützung und Förderung für Projekte, Studien oder wissenschaftliche Arbeiten, die dieses Thema aufgreifen, Initiative zeigen und Lösungen vorschlagen. Die Ergebnisse der geförderten Arbeiten werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Idee der Stiftung

Der politische und wirtschaftliche Neuanfang in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg war von dem Willen geprägt, eine gerechte und soziale Gesellschaft zu entwickeln. Die Wirtschaft und ihre Unternehmen, besonders im Montanbereich sollten zu diesen demokratischen Strukturen passen. Viele Unternehmen bekannten sich in der Gründerphase der Bundesrepublik Deutschland zu einem Modell der sozialen Verantwortung in der Marktwirtschaft. Namhafte Persönlichkeiten wie Prof. Ludwig Erhard oder Prof. Karl Schiller verfolgten dieses Konzept neben vielen anderen Repräsentanten aus Wirtschaft und Gesellschaft.

Nach rund 60 Jahren der Bewährung steht dieses Modell nun wieder auf dem Prüfstand. Denn die Wiedervereinigung Deutschlands, die EU Osterweiterung und die Globalisierung der Produktions- und Dienstleistungsmärkte stellten dieses Konzept auf die Probe.

Ausschlaggebend allein sind nicht mehr nationale Gesetzgebung oder Verabredungen der Tarifpartner, sondern die Bedingungen des internationalen Marktes sowie verschiedener internationalen Gremien und Verträge wie Basel II, der OECD, des IWF, der Weltbank, der UNO u. a.

National gewachsene Werte und das soziale Leben werden durch die ökonomischen Komponenten von Globalisierung, europäischer Marktöffnung, Shareholder-Value und Gewinnoptimierung nachhaltig verändert und beeinflusst.

Gewerkschaften, Kirchen, liberale und soziale Unternehmen, Politiker sowie gestandene Marktwirtschaftler der sozial-liberalen Schule sorgen sich um diese Entwicklungen.

Um dem Verlust sozialer Kompetenzen und Werte entgegen zu steuern und das Modell der sozialen Verantwortung in der Marktwirtschaft weiter zutragen und zu entwickeln ist die Wolfgang Schultze Stiftung „Soziale Verantwortung in der Marktwirtschaft“ im Jahr 2001 gegründet worden.


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